Sa

26

Mär

2016

Wildbienenaggression: Dagegen ist Ghandi ein Berserker

Bienenstich Wildbienenstich Gehörnte Mauerbiene Osmia cornuta solitary bee wild bee insect nesting aid insect hotel hornfaced mason bee
Weibchen der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta) bei der Erstbesteigung der Nordwand des Schroffen Zinkens

Für einen Artikel über die - absolut nicht vorhandene - Wildbienenaggression wollte ich die Wirkung eines Mauerbienenstichs demonstrieren. Das ist schwieriger als es zunächst den Anschein hat, weil man dazu die Biene gewaltsam gegen eine nackte Hautstelle drücken muß und selbst dann klappt es nicht immer. Geplant war eigentlich der Handrücken, aber natürlich kam alles ganz anders :-)

 

Für das Titelfoto habe ich morgens ein frisch geschlüpftes Mauerbienenweibchen aus der Schachtel mit den Kokons auf meinem Bal-kon geholt. Steif und klamm von der morgendlichen Kälte und damit als Fotomodell optimal geeignet. Die Kandidatin für Germanys next Bee Model wurde vorsichtig auf den Rücken gedreht und dann vor dem Spiegel an meine Nasenspitze gehalten, um sich dort festklammern.

 

 

 

 

Glücklicherweise bin ich in solchen Momenten zu sehr auf die Sache konzentriert, um mich in der Lächerlichkeit der Situation zu verlieren. Entgegen meinen klar formulierten und nachvollziehbaren Anweisungen blieb das Bienchen mit weit von sich gestreckten Beinen völlig perplex auf dem Rücken liegen. Kooperation gleich Null! Vorsichtig drückte ich sie daher ermutigend gegen meine Nasenspitze, um sie endlich zum Zugreifen zu motivieren. Beim vierten Versuch hatte sie Nase endgültig voll von diesem Rüpel, der ihr da rücksichtslos den Morgen versaute. Sie stach zu! Manchmal hat man einfach Glück! Unschätzbares Live Material genau passend für diesen Artikel, Herz was willst du mehr?

 

Das Resultat dieser genervten Bienenaktion war geradezu enttäuschend. Ein leichtes Prickeln und Brennen, das binnen kürzester Zeit abklang, aber kein Schmerz. Es kam weder zu einer Rötung noch zu einer Schwellung an der Stichstelle. Bei einer Honigbiene oder sozialen Faltenwespe wäre das Ergebnis ziemlich spektakulär gewesen. Außerdem saß das Bienchen jetzt endlich da wo sie hingehörte, nämlich auf meiner Nasenspitze und nach einer Minute war das Foto im Kasten. Ein schwenkbares Display auf dem ich meine Position kontrollieren konnte und ein Kabelfernauslöser sind hier Gold wert. Fotografieren macht einfach Spaß

 

http://www.naturgartenfreude.de/wildbie…/aggressivit%C3%A4t/

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