Die Kollektions des Schreckens aus Gartencenter, Baumarkt und Discounter

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Für den Kachelofen gut geeignet, für die Bedürfnisse von Insekten mehr oder weniger nutzlos

Videorezensionen über Nisthilfen

Nützlingswabe für Mauerbienen

Nützlingswabe für Wildbienen und Grabwespen

Wildbienen für Marienkäfer und Florfliegen

Trixie natura Insektenhotel


Insektenhotel Neudorff

Schmetterlingsquartier 1

Schmetterlingsquartier 2


Der klassische Prototyp einer InsektenNICHTnisthilfe

Linke Variante Typ Neudorff bitte umgehend verheizen! Insektennisthilfe Insektenhotel Nisthilfe Negativbeispiel aus dem Discounter käufliche Nisthilfe Aldi Lidl insect nesting aid insect hotel mason bee bug house
Die linke Variante wird in 1001 Variante verkauft. In der Regel ist eine nutzloser als die andere.

 Nisthilfen für solitäre Wildbienen und Wespen werden seit etlichen Jahren werbewirksam – wenn auch inhaltlich falsch - als "Insektenhotels" vermarktet und  erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.  Inzwischen wartet eine ganze Armada von mehr oder weniger fragwürdigen Produkten auf den interessierten Gartenbesitzer

 

Mit wenigen Ausnahmen haben diese Nisthilfen alle eines gemeinsam:

  •   Billiges Ausgangsmaterial
  • eine eher lieblose, teilweise sogar unprofessionelle handwerkliche Verarbeitung
  • ein nahezu komplettes Ignorieren der Ansprüche der Insekten an einen artgerechten Nistraum.

 

Die Begeisterung über den Kauf dieses vermeintlich sinnvollen Produktes weicht irgendwann unweigerlich einer herben Enttäuschung, angesichts der verschwindend geringen Besiedelung solcher praxisuntauglichen InsektenNICHTNisthilfen.

 

 

Einige sinnlose Elemente und typische Verarbeitungsfehler tauchen in nahezu jeder Nisthilfe auf. Sie werden von anderen Firmen und Privatmenschen weitgehend kritiklos übernommen und dienen leider oft als „Vorbild“ für selbst gebaute Modelle. Daraus resultiert ein echter Teufelskreis der jede Änderung dieser Produktpalette wirkungsvoll verhindert. 

 Insektennisthilfe Insektenhotel Nisthilfe Negativbeispiel aus dem Discounter käufliche Nisthilfe  insect nesting aid insect hotel mason bee bug house Neudorff wild bee Wildbiene
Once upon a time ...! Aber so was gibt es ja glücklicherweise nicht mehr

DIE KLASSISCHEN BAUFEHLER:

1. Florfliegen-Flop

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Sinnvoller Florfliegenkasten links und nutzloses Puppenspielzeug rechts

 

Florfliegenlarven verputzen während ihrer zweiwöchigen Entwicklungszeit 200-500 Blattläuse. Damit haben sie sich das Herz der Gartenbesitzer im Sturm erobert. Als praktische Konsequenz sind die  Florfliegenüberwinterungsfächer mit den typischen, rot gestrichenen Querlamellen ein fester Bestandteil der meisten Insektennisthilfen.

 

Erstaunlicherweise gibt es hier sogar ein funktionierendes, praktisches Vorbild.

 

Professor Cetin Şengonca, hat in den 1980er-Jahren im Zuge der biologischen Schädlingsbekämpfung an der Uni Bonn viele Versuche zur Überwinterung von Chrysoperla gemacht hat und dabei nachweisen konnte, dass Florfliegenhäuschen in Rot oder Braun von den Tieren signifikant am besten angenommen wurden.

 

Allerdings hatten die angebotenen Überwinterungsquartiere, die im Feldversuch gut angenommen wurden, eine Seitenlänge von mindestens 30 cm. Mit der Reduzierung auf Puppenspielzeuggröße sinkt leider auch der praktische Nutzen auf Null.

 

Überwinternde Florfliegen trifft man häufig in Garagen, Gartenschuppen und Speichern, manchmal sogar in großer Zahl. Wer dagegen jemals eine Florfliege in den dafür vorgesehenen Fächern von Insektennisthilfen finden sollte, darf sich wirklich glücklich schätzen, mir ist es bisher noch nie gelungen.

Ein Biologe der eine Studie über die Überwinterung von Florfliegen in künstlichen Überwinterungsquartieren durchgeführt hat, bewertet den Nutzen solcher Fächer folgendermaßen:

 

„Die Nützlingsquartiere, die Sie mir da im Bild geschickt haben, sind meines Erachtens eher als Spielzeuge für Hobbynaturschützer einzustufen. Kann schon sein, dass sich eine Florfliege da rein verirrt  (…), dennoch. sind diese Spielzeuge tatsächlich eher dem finanziellen Ausnutzen gutmütiger Naturschützer denn einem tatsächlich sinnvollen Naturschutz zuzuordnen“.

 

Für den Nutzen solcher Nisthilfen als Refugium für die ebenfalls blattlausverzehrenden Marienkäfer gilt letztendlich genau das gleiche. Marienkäfer wird man an vielen Stellen in Garten und Haus finden, hier dagegen so gut wie nie.

 

Wer also glaubt mit dem Aufhängen solcher Insektennisthilfen etwas Sinnvolles für die Marienkäfer- und Florfliegen-Population in seinem Garten zu tun, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bitter enttäuscht werden.

 

Die Gestaltung eines strukturreichen Naturgartens - der ganz automatisch zahlreiche Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten bietet - sowie eine möglichst artenreiche Bepflanzung aus einheimischen Wildstauden und –Sträuchern, die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Pollen- und Nektarsammlern, Blattfressern und Säftesaugern bieten und der komplette Verzicht auf Insektizide, sind zur Förderung solcher Arten sicherlich um ein Vielfaches sinnvoller.

2. Schmetterlings-Schmäh

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Schmetterlinge? Ganz bestimmt nicht!

 

Das Schmetterlingsüberwinterungs-Quartier lässt sich am senkrechten Einflugsschlitz zweifelsfrei erkennen. Die Behauptung, in solchen, oft nur wenige Zentimeter großen Fächern, würden Schmetterlinge überwintern, grenzt geradezu ans Absurde. In der Geschichte der Nisthilfen dürfte sich hier noch nie ein Schmetterling gezeigt haben, ich kenne weder entsprechende Berichte noch irgendwelche Belegfotos.

 

Überwinternde Schmetterlinge findet man an gut geschützten Stellen, beispielsweise in Höhlen und hohlen Bäumen oder im Siedlungsbereich auch in Schuppen, Speichern und Garagen.

 

Der erschreckende Rückgang unserer Schmetterlingsarten liegt keineswegs am Fehlen von Überwinterungsnisthilfen. Viel entscheidender ist der Verlust geeignete Lebensräume mit den entsprechenden Futterpflanzen für die Raupen.

 

Schmetterlinge können eine breite Palette von Nektarpflanzen als Energiespender nutzen, manche Raupen sind dagegen zwingend auf eine einzige Pflanzenart für ihre Entwicklung angewiesen. Hier kann der Naturgartenbesitzer durch die Auswahl geeigneter Pflanzenarten aktive Hilfestellung leisten.

 

Abgesehen davon überwintern von den ca. 180 Tagfalterarten in Deutschland nur ein verschwindend kleiner Bruchteil, nämlich 6 Arten als Schmetterling:

  • Kleiner Fuchs
  • Tagpfauenauge
  • Zitronenfalter
  • C-Falter
  • Trauermantel
  • Großer Fuchs.

 

Alle anderen Arten verbringen den Winter als Ei, Raupe oder Puppe. Schon unter diesem Aspekt sind diese Kästchen also komplett sinnlos.

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Schmetterlings-"Überwinterungsquartiere". Noch aberwitziger geht wirklich nicht mehr!
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Leider kümmern sich die meisten Kunden primär um das Aussehen solcher "putzigen" Produkte, nicht um die Praxistauglichkeit

3. Zapfenstreich

SO NICHT!!! Insektenhotel Nisthilfen Insektennisthilfen Kiefernzapfen pine cone Neudorff bug house insect hotel nesting aid wildbee Wildbienen
Daher kommt wohl die Redewendung: "Unsinn verzapfen"

Dieser Klassiker fehlt in fast keiner käuflichen Nisthilfe denn die schier magische Anziehungskraft von Kiefernzapfen auf Insekten ist ja schließlich Legende! Das Material ist billig, bzw. kostenlos, füllt rasch große Flächen und fatalerweise sieht es auch noch „nett“ aus und verlockt die Kunden zum Kauf. Wer erstmals auf die drollige Idee gekommen ist, ein solches Fach mit einigen depressiven. lebenslänglich eingekerkerten Kiefernzapfen wäre für Insekten als Versteck attraktiv, hatte einen wirklich erfrischend schrägen Humor :-)

 

Jeder Besitzer solcher Nisthilfen kann selbst die Probe aufs Exempel machen, solche Fächer regelmäßig kontrollieren und die gefundenen bzw. nicht gefundenen Besucher protokollieren. Abgesehen von vereinzelten Spinnen werden sich hier nur in Ausnahmefällen irgendwelche sonstigen Gliederfüßler wie Insekten einfinden.

 

Das gleiche gilt für eine Füllung mit Borkenstückchen, Holzhäcksel, Stroh, Heu oder ähnlichen organischen Materialien. Werden sie auf dem Komposthaufen deponiert, schafft das deutlich mehr Lebensraum. Als Unterschlupf oder gar Überwinterungsquartier für Insekten besitzen sie so gut wie keinen praktischen Nutzen.

4. Flügel-Fiasko

SO NICHT!!! Insektenhotel Insektennisthilfe Schilf Negativbeispiel insect nesting aid wild bee Wildbienen bug house Neudorff Schnittkanten Halme reed Schilf
Wie soll eine solitäre Wildbiene oder Wespe ohne Kettensäge ins Innere dieser Halme gelangen?

Saubere, glatte und splitterfreie Schnittkanten der verwendeten Stroh-, Schilf- oder Bambushalme sind die essentielle Grundvoraussetzung für die Annahme durch die Insekten.

 

Zum Abstreifen des Pollens in der Brutzelle kriechen die Wildbienen rückwärts, also mit den Flügeln voraus in ihren Nistgang. Jeder Schiefer oder Splitter am Eingang der Niströhre würde die empfindsamen Flügel unwiderruflich zerstören. Fußgängerbienen haben absolut keinerlei Zukunft! Daher meiden die Insekten derartig unbrauchbare Nistmöglichkeiten instinktiv.

 

Zum Teil sind die verwendeten Halme derart ausgefranst, daß der Eingang komplett blockiert wird, also gar kein nutzbarer Hohlraum vorliegt.  Konsequenterweise findet hier dann auch keinerlei Besiedelung statt.

Ausführliche Infos zum Thema Pflanzenstengel in Nisthilfen finden Sie HIER

 

5. Stöckchen-Stuss

SO NICHT!!! Insektenhotel Nisthilfe Insektennisthilfe Äste mit Bohrungen im Stirnhol fasriges Weichholz insect hotel nesting aid bug house softwood end grain cross-cut wood Neudorff
Fasriges Weichholz mit Bohrungen im Stirnholz. Rißbildung ist fast unvermeidlich.

Leider fehlt auch dieses Element in fast keiner der käuflichen Nisthilfen.

 

Bohrungen im Holz sollten generell immer im rechten Winkel zur Holzfaser erfolgen, nie im Stirnholz. Auch die natürlicherweise besiedelten Fraßgänge von Käferlarven im Totholz verlaufen ja in dieser Richtung. Die angeschnittenen Fasern und Wasserleitungselemente des Holzes nehmen bei feuchter Witterung Luftfeuchtigkeit auf (Wassertransport war ja schließlich auch ihre ursprüngliche Funktion) und quellen.

 

 

 

Durch ungleichmäßige Trocknung kommt es dann zu Spannungen und damit zur unterschiedlich stark ausgeprägten Rissbildung im Holz. Dieser Prozess wird bei eng beieinander liegenden Bohrungen noch verstärkt. Durch diese Risse können Pilze und Parasiten eindringen, deshalb vermeiden die Insekten solche Gänge instinktiv.

 

Generell gilt: Die Rissbildung nimmt mit dem Durchmesser eines Astes oder einer Stammscheibe und der Schnelligkeit der Trocknung zu. Bei relativ dünnen Ästen aus Hartholz, die sehr langsam getrocknet wurden, können Bohrungen im Stirnholz einigermaßen funktionieren, im ungünstigsten Fall kann die Besiedelung aber auch bei Null liegen.

 

Gut abgelagerte, quer zur Holzfaser angebohrte Hartholzklötze oder Baumstämme bleiben dagegen jahrelang einsatzfähig und werden zu 100% besiedelt.

Ausführliche Informationen zur Problematik von Bohrungen im Stirnholz finden Sie HIER

6. Holz-Harakiri

Insektenhotel Nisthilfe Insektennisthilfe Scherenbiene Gefährdung der Flügel beim rückwärts kriechen wild bee insect nesting aid insect hotel scissor bee
Hier sieht man sehr anschaulich wie gefährdet die Flügel beim "Rückwärts einparken" sind
SO NICHT!!! Insektenhotel Insektennisthilfe Nisthilfe unsaubere Bohrungen Negativbeispiel insect hotel wild bee nesting aid bug house softwood Neudorff
Hier reicht einmal rückwärts einfädeln und die Wildbiene ist den Rest ihres Lebens Fußgänger

In den käuflichen Nisthilfen wird häufig stark faserndes, völlig ungeeignetes Weichholz verwendet. Bei feuchter Witterung stellen sich die Fasern im Inneren der Gänge auf und verhindern damit jede Besiedelung durch die Insekten. Bei Nadelhölzern stellt die Harzbildung ein zusätzliches Problem dar, weil die Insekten hier kleben bleiben können.

 

Beim Bau von Insekten Insektennisthilfen darf daher ausschließlich Hartholz verarbeitet werden. Geeignet sind beispielsweise Esche, Buche, Eiche und alle Obstbaumarten.


 Unsaubere Bohrungen mit Splittern und Fasern haben einen ähnlichen Effekt wie bei den Halmen. Sie gefährden die empfindlichen Flügel der Insekten und werden daher nicht besiedelt.

 

Qualitativ hochwertige, neue Bohrer, Löcher mit einem Durchmesser von 2-9 mm (Schwerpunkt 2-6 mm) und saubere, glatt geschliffene Bohrungen sind daher das A und O beim Bau von Nisthilfen.

 

Ausführliche Informationen zu Bohrungen in Hartholzklötzen finden Sie HIER

7. Mark-Murks

SO NICHT!! Insektenhotel Nisthilfen Insektennisthilfen waagrecht gelagerte markhaltige Stengel sind unsinnig
Diese Variante nützt weder den Hohlraumbesiedlern noch den Marknagern.

Die in Nisthilfen erwarteten solitären Wildbienen- und Wespenarten sind Hohlraumbesiedler. In freier Wildbahn besiedeln sie häufig die verlassenen Fraßgänge von Käferlarven im Totholz als Nachmieter.

Ein nutzbarer „Hohlraum“ liegt aber bei den hier angebotenen Halmen nicht vor,
da das Innere teilweise oder sogar komplett vom Mark blockiert wird.

 

Es gibt zwar durchaus Arten, die ihre Gänge selbst ins Mark graben, diese suchen aber ausschließlich nach einzeln stehenden, VERTIKALEN Stängeln.

 

Gebündelte, waagerecht orientierte markhaltige Stängel werden deshalb so gut wie kaum besiedelt, da sie weder den Ansprüchen der Marknager, noch denen der Hohlraumbesiedler genügen.


 

Sehr selten findet man in wagrechten Markstengel Keulhornbienen der Gattung Ceratina sowie Grabwespen der Gattung Pemphredon, die Röhrenblattläuse zur Ernährung ihrer Brut eintragen.

Ausführliche Infos zum Thema markhaltige Stengel in Insektennisthilfen HIER

Was kann ich als Verbraucher sinnvolles tun?

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Steter Tropfen höhlt den Stein. Langsam, unendlich langsam beginnt sich eine positive Weiterentwicklung anzubahnen
  1.  Boykottieren Sie die klassischen "Insektenhotels" aus Baumarkt, Gartencenter und Discounter konsequent. Die Hersteller denken nicht im Traum daran irgend etwas an der Bauweise zu ändern, solange der Verkauf derart boomt.
  2. Kaufen Sie ausschließlich solide verarbeitete und praxistaugliche Produkte. Alle bei den Bezugsquellen aufgelisteten Firmen kann ich nur uneingeschränkt empfehlen. Unterstützen Sie den Mut dieser Firmen gegen den Strom zu schwimmen und auf Qualität statt auf optisches Kindchenschema zu setzen.
  3. Wagen Sie sich selbst an den Bau solcher Insektennisthilfen. Wie das Beispiel oben scheut, können so absolut hochkarätige Ergebnisse entstehen.
    Wer sich vorher intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzt und nicht einfach nur bestehende unsinnige Konzepte kopiert, kann letztendlich gar nicht viel verkehrt mache. Schlechte Beispiele für Insektennisthilfen in Gärten und der freien Landschaft gibt es weiß Gott bereits genug. Es wäre an der Zeit hier endlich gegenzusteuern. Positive Beispiele werden genauso als Mutliplikator und Vorbild dienen wie die negativen, es kann also gar nicht genug davon geben! Trauen Sie sich!

Fazit

Solange diese weitgehend praxisuntauglichen Nisthilfenmodelle sich weiterhin verkaufen wie die legendären warmen Semmeln, wird sich am Angebot und der Qualität auch nichts ändern. Hier sollte der Kunde eine ganz klares NEIN signalisieren und solche Produkte kategorisch boykottieren.

 

Hier noch ein Literaturhinweis von der Website von Dr. Paul Westrich, wohl einer unser renomiertesten Forscher zum Thema Wildbienen:

 

Eine wissenschaftliche Untersuchung, die 2014 in Berlin und Nordost-Brandenburg durchgeführt wurde, hat die hier dargestellten Fehler bestätigt und gezeigt, daß »das bisherige Expertenwissen« beim Bau von Nisthilfen kaum Berücksichtigung findet. Von 40 untersuchten Nisthilfen wiesen nur drei (7%) eine gute Besiedelbarkeit auf und 13 (30%) eine eingeschränkte.

Prell, S., Burmeister, K. & Schulz, U. (2915): Fehleranalysen und Optimierungsmöglichkeiten an Nisthilfen für Wildbienen - Erkenntnisse aus Literaturrecherchen und empirischen Untersuchungen. - Mtt. Dtsch. Ges. Allg. Angew. Ent. 20: 179-182.


Sinnvolle und praxistaugliche Nisthilfenalternativen finden Sie HIER, seriöse Anbieter HIER Wer selbst eine Insektennisthilfe basteln will, und das kann man eigentlich nur wärmstens empfehlen, findet im folgenden Buch eine Zusammenfassung aller wesentlichen Aspekte (Bestellung beim pala-Verlag HIER):

Zahllose weitere Fotos findet ihr auf meinen Pinterest-Pinwänden!

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Mit Abstand der am häufigsten vertretene Grundtyp einer Insektennisthilfe aus Baumarkt, Gartencenter und Discounter. Aus Sicht der Insekten leider Gottes mehr oder weniger wertlos!
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The worst nightmare for each wild bee!

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Sinnvolle und völlig nutzlose Materalien zum Bau von Insektennisthilfen
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Kiefernzapfen, Borkenschuppen, Holzklötzchen und ähnlicher Organomüll sind der Fluch jeder Nisthifle

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Finger weg vom Nisthilfengrauen aus Baumarkt und Co!
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Material: Billig - Verarbeitung: Erbärmlich - Praktischer Nutzen: Mäßig bis Null

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Gewisse minimalste Unterschiede in der Verarbeitung sind natürlich reine Einbildung ...
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Selbst ist der Mann! Sehen Sie es doch mal positiv - schlechter als das Zeug aus dem Baumarkt KANN Ihr Werk doch gar nicht sein. :-)

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“ Glatt wie ein Babypopo“ sollte unsere Maxime beim Nisthilfenbau lauten

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Alle wesentlichen Informationen zu den unterschiedlichen Komponenten einer Insektennisthilfe sind jeweils in einem eigenen Kapitel zusammengefasst und mit zahlreichen Fotos illustriert.    

 

Doppelseiten mit Fotos illustrieren bestimmte Teilaspekte des Lebens an einer Nisthilfe, zum Beispiel: den Schlupf aus dem Kokon,  die Entwicklung der Larven,  Paarung,  das bizarre Schlafverhalten, typische Parasiten,  solitäre Wespen in markhaltigen Ste

Eine sechsseitige Fotodokumentation protokolliert den Bau einer pfiffigen Insektennisthilfe aus alten Eichenbalken.

Alle wesentlichen Informationen zu einem bestimmten Insektennisthilfen-Typ sind jeweils in einem eigenen Kapitel zusammengefasst und mit zahlreichen Fotos illustriert.

Doppelseiten mit Fotos illustrieren jeweils bestimmte Teilaspekte des Lebens an einer Nisthilfe.

 

 

 

Eine sechsseitige Fotodokumentation protokolliert den Bau einer pfiffigen Insektennisthilfe aus alten Eichenbalken.

Die typischen Baufehler der InsektenNICHTNisthilfen aus Baumarkt und Gartencenter werden ausführlich besprochen.


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Kommentare: 14
  • #1

    Volker (Donnerstag, 19 Mai 2016 21:21)

    Hallo,
    mit welchem Material wird denn der der Kasten bzw. die Florfliegenüberwinterungsfächer geefüllt?
    Gibt es dafür eine Bauanleitung?

  • #2

    Werner (Donnerstag, 19 Mai 2016 21:46)

    Meines Wissens Stroh. Unter dem Link findest du eine Veröffentlichung des Biologien Florian Weihrauch in der so ein Kasten beschrieben wird: http://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ipz/dateien/hopfen_florfliegen_weihrauch_bull_ins_61_2008.pdf

  • #3

    Volker (Donnerstag, 19 Mai 2016 22:08)

    Danke für den Link!
    So, ich denke ich hab einen Bauplan gefunden:

    http://www.rolf-schoene.de/html/insekten.html

  • #4

    Cathy (Donnerstag, 19 Mai 2016 23:30)

    Is there a translation in English for this article please?

  • #5

    Albi (Freitag, 20 Mai 2016 11:57)

    Danke,
    viel gelernt hier und viel falsch gemacht bei meinem Selbstbau vor ca. 2 Jahren ...

  • #6

    Sabine Mairiedl (Freitag, 20 Mai 2016 13:04)

    Suoer! Du bist der Beste!

  • #7

    Thomas (Dienstag, 31 Mai 2016 16:34)

    Tja. Warum sich eigendlich noch Mühe mit Eigenbau machen bzw. etwas kaufen. Es sind doch kaum Insekten da die Einziehen könnten.
    Sieht man ja auch an der Windschutzscheibe am Auto. Keine Insekten mehr. Leider ist das so und wird sich auch nicht ändern, solange
    Pestizide und andere Dinge (auch im privaten Bereich) gesprüht werden.

  • #8

    Werner (Mittwoch, 01 Juni 2016 09:37)

    Genau deswegen finde ich es wichtig im Privatgarten Signale zu setzen und hier struktur- und artenreiche Lebensräume zu gestalten. Aktiv etwas ändern kann ich primär nur in meinem persönlichen Umfeld.

  • #9

    Nathan (Dienstag, 21 Juni 2016 23:57)

    Danke, tausend Dank
    Endlich hat es jemand auf den Punkt gebracht! Mich packt das nackte Grauen wenn ich die "Insektenhotels" der Grossverteiler sehe...

  • #10

    Heike (Dienstag, 28 Juni 2016 22:20)

    Danke, vielen Dank für diesen Artikel mit seinen hilfreichen Informationen, Links und für die Mühe die Sie sich damit gegeben haben. Vielen Dank für die Tipps, aber auch für das Lesevergnügen :-)
    Seit 2008 pflege ich meinen eigenen Garten und erfreue mich an den Tieren die dort einziehen und offensichtlich gerne leben. Seit Jahren beschäftigt mich der Gedanke, dass ich auch so ein "Insektenhotel" aufhängen sollte, aber alle Freunde und Nachbarn die ich frage erzielen mit ihren Insektenhäusern keinerlei sichtbaren Erfolge. Jetzt verstehe ich endlich warum und erhalte sinnvolle Hinweise wie ich es besser machen kann. Wie so oft - weniger ist mehr. Einfach keine Insektizide oder sonstigen Gifte verwenden und der Natur ihren Raum lassen. Etwas weniger Perfektion und etwas mehr Vielfalt und Geduld im Garten walten lassen - ich schätze das ist es - oder? Vieles erledigt sich auch von selbst, meine abstützende Wand aus Betonringen die beim Bau mit Erde gefüllt wurden und die ich mit Efeu und Lavendel bepflanzt habe beherbergen inzwischen Erdbienen und Hummeln und ein recht ungepflegter, bemooster kleiner Teich ist inzwischen die Heimat von Libellen und mindestens einem Frosch. In den alten Reisighäufen im Hang lebt - glaube ich - ein Igel und in den zusammen gebundenen Seitenlappen meines Pavillons hat sich dieses Jahr ein Schmetterling verpuppt den ich beim Ausschlüpfen beobachten konnte. Ich möchte noch statt des Rasens eine Blumenwiese ansäen, weiß aber noch nicht wo man passenden Samen dafür günstig bekommt, aber wenn ich das noch tue, dann sollte ich wahrscheinlich einfach geduldig sein und der Natur ihren Lauf lassen.
    Danke, dass Sie mir geholfen haben in dieser Sache etwas innere Ruhe zu finden, es braucht kein Insektenhotel aus dem Baumarkt und sollte ich doch ein paar gebündelte Bambusstangen waagrecht in den Hang stecken werde ich sie gründlich abschleifen, damit sich kein Insekt an den Flügeln verletzt.
    Viele Grüße aus Kulmbach in Oberfranken
    Heike

  • #11

    André (Dienstag, 05 Juli 2016 00:33)

    Ich habe heute Ihren Beitrag bei Querbeet gesehen und war begeistert. Dank Ihnen habe ich erfahren, was ich bis jetzt falsch gemacht habe. Ich gebe zu, dass auch bei mir im Garten Häuschen für Schmetterlinge, Florfliegen und Marienkäfer hingen. Kein einziger Gast war jemals darin. Ihre Homepage finde ich sehr gut. Viele Grüße aus Olching / FFB

  • #12

    Lothar Bauer (Donnerstag, 29 September 2016 07:47)

    Hier das Beispiel eines funktionierenden Hotels.
    Bei einigen Materialien sollte es aber eigentlich nicht so sein!?
    https://www.facebook.com/wolfgang.zenner.3/videos/vb.100001157128585/958981850817043/?type=2&theater

    MfG
    Lothar Bauer

  • #13

    Andy (Freitag, 20 Januar 2017 08:59)

    Danke für diesen tollen Beitrag. Ich werde wohl bei meinem Insektenhotel auch noch mal ran müssen. Dass Schmetterlinge nicht im Hotel überwintern war mir schon klar, aber auch im Sommer gibt es ja schlechte Tage mit Regen und Sturm. Ich war der Meinung, dass dieses Schmetterlingszimmer eigentlich genau dafür gedacht ist :) Und bei Stroh habe ich zumindest die Erfahrung gemacht, dass Ohrenzwicker immer dankbar sind und gerne einziehen.

  • #14

    Der Weise vom Widderberg (Sonntag, 26 März 2017 11:47)

    Ich habe immer die Anschaffung eines dieser Baumarkt-Verarschungsteile gescheut, aber bisher auch noch kein Modell Marke Eigenbau versucht. Mir hat es bisher genügt, die natürlichen Nist- und Überwinterungshilfen weitgehend zu erhalten. Also die abgeblühten Samenstände und Stengel bis weit in den Frühling hinein zu belassen, nicht jedes Stück Totholz zu entsorgen oder auch "Insektennahrung" in Form und speziellen Pflanzen/Blumen in den Garten zu bringen. Ist aber alles nur Gewissensberuhigung, weil die generelle Ausgangssituation für die Insektenwelt in der Landwirtschaft oder Siedlungsstruktur das Urteil bereits gefällt hat. Wo wird denn noch ein abgestorbener Baum stehengelassen, wo gibt es noch diese Schuppen, Scheunen und anderen Bauten - in denen sich Wintergäste problemlos zurückziehen können?